Lexikon
Begriffe einfach erklärt – von A bis Z
Die Duty of Care ist eine der beiden zentralen Treuepflichten, die ein Director im US-amerikanischen Gesellschaftsrecht gegenüber der Corporation und ihren Shareholdern hat. Sie bedeutet, dass Directors ihre Entscheidungen mit der nötigen Sorgfalt, Umsicht und Informiertheit treffen müssen.
Die Sorgfaltspflicht umfasst insbesondere:
Die Business Judgment Rule ist ein Grundsatz des US-Gesellschaftsrechts, der Directors und Managern Schutz vor persönlicher Haftung bietet, wenn sie unternehmerische Entscheidungen in guter Absicht und mit der gebotenen Sorgfalt treffen – auch wenn sich diese Entscheidungen später als falsch herausstellen.
Die Business Judgment Rule schützt Directors vor persönlicher Haftung, solange sie ihre Duty of Care erfüllen.
Das bedeutet: Gerichte überprüfen Geschäftsentscheidungen nicht im Nachhinein auf „Richtigkeit“, sondern nur darauf, ob sie auf einer informierten und sorgfältigen Entscheidungsfindung beruhen. Ein Director haftet also nicht für eine wirtschaftlich schlechte Entscheidung, wenn er oder sie zuvor alle verfügbaren Informationen eingeholt und in gutem Glauben gehandelt hat.
Die Duty of Care ist von der zweiten zentralen Treuepflicht zu unterscheiden:
Beide Pflichten zusammen bilden die Grundlage für die persönliche Verantwortung von Directors.
Die Treuepflichten gelten nicht nur für Directors, sondern auch für Officers (z. B. President/CEO, Treasurer/CFO, Secretary).
Das hat der Oberste Gerichtshof von Delaware im Urteil Gantler v. Stephens (2009) ausdrücklich klargestellt:
„Officers owe the same fiduciary duties as directors.“
Damit sind Officers ebenso verpflichtet,
Für Gründer bedeutet das: Auch wenn man „nur“ als Officer tätig ist, ohne Director zu sein, können Verstöße gegen die fiduciary duties zu persönlicher Haftung führen.
Beispiele aus der Praxis
Positivbeispiel: Das Board prüft vor einer Unternehmensübernahme mehrere Gutachten, lässt sich von Anwälten beraten und dokumentiert die Entscheidungsgrundlage sorgfältig. → Die Duty of Care ist erfüllt, auch wenn die Übernahme später wirtschaftlich scheitert.
Negativbeispiel: Directors genehmigen einen riskanten Kredit, ohne die Finanzzahlen zu prüfen oder Rücksprache mit dem CFO zu halten. → Verletzung der Duty of Care, potenzielle persönliche Haftung.
Auch bei kleinen Corporations mit nur einem oder wenigen Directors gilt die Duty of Care. Wer selbst als Director tätig ist, sollte daher:
Das klingt nach Formalismus, ist aber entscheidend, um sich auf die Business Judgment Rule berufen zu können und Haftungsrisiken zu vermeiden.
Grundsätzlich gilt auch bei Managern einer LLC eine Duty of Care (Sorgfaltspflicht) und eine Duty of Loyalty (Loyalitätspflicht). Im Gegensatz zur Corporation sind diese Pflichten jedoch nicht so starr gesetzlich vorgeschrieben, sondern stark vom jeweiligen State Law (z. B. Delaware LLC Act, New York LLC Law) und vom Operating Agreement abhängig.
Unterschiede zur Corporation:
Sorgfaltspflicht in LLCs:
Treuepflicht in LLCs:
Manager sollen im besten Interesse der LLC handeln, keine „corporate opportunities“ für sich selbst ausnutzen und Interessenkonflikte offenlegen. Auch hier erlaubt das Operating Agreement in vielen Staaten, diese Pflicht zu modifizieren oder einzuschränken
Praxis-Tipp für LLC-Gründer:innen:
Wer eine LLC gründet, sollte im Operating Agreement klar regeln, welche Sorgfalts- und Loyalitätspflichten Manager (oder auch Member bei Member-managed LLCs) tatsächlich haben Gerade bei mehreren Gesellschaftern kann eine präzise Definition helfen, Streit und Haftungsfragen zu vermeiden
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