Lexikon
Begriffe einfach erklärt – von A bis Z
Die Duty of Loyalty ist eine der beiden zentralen Treuepflichten, die Directors einer US-Corporation gegenüber der Gesellschaft und ihren Shareholdern haben. Sie verpflichtet dazu, ausschließlich im besten Interesse der Corporation zu handeln und eigene Interessen oder Vorteile hintanzustellen.
Die Loyalitätspflicht bedeutet vor allem:
Beide Pflichten bilden zusammen den Kern der Treuepflichten (fiduciary duties) von Directors.
Verstöße gegen die Duty of Loyalty führen häufig zu Klagen von Shareholdern, insbesondere in Form von Derivative Suits (Klagen im Namen der Gesellschaft gegen Directors).
Anders als bei der Duty of Care greift die Business Judgment Rule bei Interessenkonflikten zunächst nicht. Sie kann aber wieder anwendbar werden, wenn der Interessenkonflikt offengelegt wurde und unabhängige Directors oder Shareholder das Geschäft genehmigt haben.
Verstoß: Ein Director erfährt von einer attraktiven Immobiliengelegenheit, die für die Corporation interessant wäre, und kauft die Immobilien stattdessen selbst. → Verletzung der Duty of Loyalty.
Kein Verstoß: Das Board stimmt offen über einen Vertrag ab, bei dem einer der Directors beteiligt ist, und die nicht beteiligten Directors sowie die Shareholder genehmigen das Geschäft ausdrücklich. → Keine Pflichtverletzung, weil Transparenz und Zustimmung vorliegen.
Auch bei LLC-Managern und -Members gelten grundsätzlich Loyalitätspflichten. Das Safe-Harbor-Prinzip – Offenlegung eines Interessenkonflikts und Genehmigung durch unabhängige Members – funktioniert ähnlich wie bei Corporations.
Der entscheidende Unterschied: Bei LLCs wird dies im Operating Agreement geregelt, nicht durch Gesetz. Das Operating Agreement kann Loyalitätspflichten deutlich flexibler gestalten oder sogar weitgehend ausschließen. Viele Staaten erlauben es, Interessenkonflikte explizit zuzulassen, solange sie offengelegt werden. Die gerichtliche Prüfung ist deutlich weniger streng als bei Corporations.
Die Treuepflichten gelten nicht nur für Directors, sondern auch für Officers (z. B. President/CEO, Treasurer/CFO, Secretary).
Das hat der Oberste Gerichtshof von Delaware im Urteil Gantler v. Stephens (2009) ausdrücklich klargestellt:
„Officers owe the same fiduciary duties as directors.“
Damit sind Officers ebenso verpflichtet,
Für Gründer bedeutet das: Auch wenn man „nur“ als Officer tätig ist, ohne Director zu sein, können Verstöße gegen die fiduciary duties zu persönlicher Haftung führen.
Sie haben Fragen zum Thema Firmengründung in den USA?
Gerne beantworten wir Ihnen diese in einem persönlichen Gespräch. Rufen Sie uns dazu einfach an, chatten Sie mit uns oder senden Sie eine Email.
Freecall DE/AT: 0800 400 43 40
Freecall CH: 0800 400 43 4
+1 929 2364 627
info@easy-inc.com