Lexikon
Begriffe einfach erklärt – von A bis Z
Zu Deutsch: ausgegebenes Kapital, ausgegebene Aktien
Das Issued Capital bezeichnet bei US-Corporations die Anzahl bzw. den Gesamtwert der tatsächlich ausgegebenen Aktien. Im Gegensatz zum Authorized Capital, das lediglich eine Obergrenze darstellt, entspricht das Issued Capital dem Kapital, das die Gesellschaft durch Aktienausgabe tatsächlich erhalten hat.
Das Issued Capital wird nicht in den Articles of Incorporation festgelegt, sondern ergibt sich aus den tatsächlichen Aktienausgaben der Corporation. Der Nachweis über die ausgegebenen Aktien erfolgt im Stock Ledger (Aktienbuch), das von der Corporation intern geführt wird und nicht öffentlich zugänglich ist.
Im Stock Ledger werden vermerkt:
Das Issued Capital kann sich im Laufe der Zeit ändern, wenn die Corporation weitere Aktien ausgibt oder eigene Aktien zurückkauft.
Authorized Shares: Maximale Anzahl ausgebbarer Aktien (in den Articles of Incorporation festgelegt, öffentlich einsehbar)
Issued Shares: Tatsächlich ausgegebene Aktien (im Stock Ledger vermerkt, nicht öffentlich einsehbar)
Eine Corporation ist nicht verpflichtet, alle Authorized Shares auszugeben. Bei der Gründung werden typischerweise nur so viele Aktien ausgegeben, um den Finanzbedarf der Corporation in der ersten Zeit zu decken. Die verbleibenden Authorized Shares dienen als Reserve für spätere Kapitalmaßnahmen.
Beispiel: Eine Corporation mit 10.000.000 Authorized Shares gibt bei der Gründung zunächst nur 1.000.000 Shares an die drei Gründer aus. Das Issued Capital beträgt damit 1.000.000 Shares, während 9.000.000 authorized Shares noch nicht ausgegeben sind.
Für die Ausgabe von Aktien muss grundsätzlich eine Gegenleistung (consideration) erbracht werden. Diese kann bestehen aus:
Der Wert der Gegenleistung wird vom Board of Directors festgelegt. Bei Aktien mit Nennwert (par value) darf die Gegenleistung nicht unter dem Nennwert liegen. Bei No Par Shares (ohne Nennwert) gibt es keine Untergrenze.
Im Gegensatz zum deutschen Gesellschaftsrecht besteht keine Pflicht zur vollständigen Bareinzahlung. Aktien können auch für symbolische Beträge ausgegeben werden, sofern das Board of Directors das als angemessen erachtet.
Anders als bei einer deutschen GmbH, bei der das Stammkapital bei der Gründung mindestens zur Hälfte eingezahlt werden muss, gibt es bei US-Corporations keine gesetzlich vorgeschriebene Mindesteinzahlung. Die Gründer können selbst entscheiden, welchen Wert sie den ausgegebenen Aktien geben.
In der Praxis werden bei kleineren Corporations häufig nur symbolische Beträge eingezahlt. Eine Corporation mit 1.000.000 ausgegebenen Aktien kann mit einer Gesamteinzahlung von 100 USD oder weniger gegründet werden.
Das Issued Capital ist für die Bewertung einer Corporation deutlich aussagekräftiger als das Authorized Capital. Während das Authorized Capital nur eine theoretische Obergrenze darstellt, zeigt das Issued Capital:
Investoren, Banken und Geschäftspartner interessieren sich deshalb primär für das Issued Capital, nicht für das Authorized Capital. Die Frage „Wie viele Aktien hat die Corporation ausgegeben?“ ist wesentlich relevanter als „Wie viele darf sie ausgeben?"
Das Issued Capital kann jederzeit erhöht werden, solange die Grenze des Authorized Capital nicht überschritten wird. Die Ausgabe weiterer Aktien erfolgt durch Beschluss des Board of Directors, ohne dass eine Änderung der Articles of Incorporation oder eine Zustimmung der Aktionäre erforderlich ist.
Sollen mehr Aktien ausgegeben werden, als autorisiert sind, muss zunächst das Authorized Capital durch ein Amendment der Articles of Incorporation erhöht werden. Das erfordert immer die Zustimmung der Aktionäre.
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