Lexikon
Begriffe einfach erklärt – von A bis Z
Das Certificate of Dissolution ist die amtliche Löschungsbestätigung des Secretary of State. Es wird ausgestellt, nachdem die zuständige Behörde den Löschungsantrag (z.B. Articles of Dissolution) geprüft und akzeptiert hat.
Das Certificate bestätigt, dass die Gesellschaft im Register des Bundesstaats als aufgelöst/gelöscht geführt wird. Je nach Bundesstaat kann das Dokument auch anders heißen (z.B. Certificate of Cancellation, Certified Copy of Dissolution) – gemeint ist jedoch dieselbe Funktion.
Typische Inhalte:
Die Bearbeitungsdauer variiert je nach Bundesstaat und der gewählten Einreichungsmethode. Bei Online-Filing mit Express-Service kann das Certificate innerhalb von ein bis drei Werktagen vorliegen, bei regulärer Bearbeitung dauert es typischerweise zwei bis vier Wochen.
Das Datum im Certificate of Dissolution ist das offizielle Auflösungsdatum – also der Tag, an dem die Gesellschaft rechtlich aufhört zu existieren. Dieses Datum kann vom Datum der Resolution of Dissolution und vom Datum der Einreichung der Articles of Dissolution abweichen. Für steuerliche und rechtliche Zwecke ist das Datum im Certificate of Dissolution maßgeblich.
Das Certificate of Dissolution wird für verschiedene Zwecke benötigt:
Schließung von Bankkonten: Banken verlangen in der Regel ein Certificate of Dissolution, bevor sie Geschäftskonten schließen. Es dient als Nachweis dafür, dass die Gesellschaft nicht mehr existiert und die autorisierten Personen berechtigt sind, das Konto aufzulösen.
Kündigung des Registered Agent: Der Registered Agent Service kann erst nach Erhalt des Certificates gekündigt werden. Das Certificate dient als Nachweis dafür, dass der Service nicht mehr benötigt wird.
Gegenüber Geschäftspartnern: Vertragspartner, Lieferanten oder Kunden können das Certificate verlangen, um die Auflösung der Gesellschaft zu dokumentieren und ihre eigenen Unterlagen zu bereinigen.
Gegenüber Versicherungen: Geschäftsversicherungen müssen gekündigt werden, wofür häufig das Certificate als Nachweis dient.
Das Certificate of Dissolution spielt eine wichtige Rolle bei der steuerlichen Abwicklung auf beiden Ebenen – State und Federal.
State Tax Authorities:
Die finalen Steuererklärungen auf Bundesstaatsebene müssen nach Erhalt des Certificate of Dissolution eingereicht werden. Das Certificate dient als Nachweis des genauen Auflösungsdatums, das für die Feststellung des Besteuerungszeitraums relevant ist. Bei vielen State Tax Authorities muss das Certificate zusammen mit der finalen State Tax Return eingereicht oder zumindest dessen Referenznummer angegeben werden.
Für die Schließung von State Tax Accounts – etwa Sales Tax Accounts oder Employer Withholding Tax Accounts – wird das Certificate in der Regel benötigt. Die Steuerbehörde möchte dokumentiert haben, dass die Gesellschaft tatsächlich aufgelöst wurde, bevor das Steuerkonto geschlossen wird.
IRS (Federal):
Für den finalen Federal Tax Return (Form 1120 für Corporations oder Form 1065 für LLCs mit Partnership-Besteuerung) ist das Certificate of Dissolution nicht zwingend erforderlich, aber hilfreich. Die Steuererklärung wird als „Final“ gekennzeichnet, was dem IRS signalisiert, dass die Gesellschaft nicht mehr existiert. Das Certificate dient als zusätzlicher Nachweis und sollte aufbewahrt werden, falls das IRS Rückfragen hat.
Die Employer Identification Number (EIN) wird nach Einreichung der finalen Steuererklärung deaktiviert. Das IRS führt die EIN weiterhin in seinen Unterlagen, markiert sie aber als geschlossenes Konto. Ein formaler Antrag auf Schließung der EIN ist nicht erforderlich – die Kennzeichnung der finalen Steuererklärung als „Final“ genügt. Das Certificate of Dissolution kann dem IRS auf Anfrage vorgelegt werden, ist aber keine Pflichtbeilage.
Für die Schließung eines Employer Tax Accounts (falls Mitarbeiter beschäftigt waren) sollte das Certificate dem IRS vorgelegt werden. Dies erfolgt typischerweise durch Einreichung der finalen Form 941 als „Final“ zusammen mit einem Anschreiben und Kopie des Certificate.
Das Certificate of Dissolution sollte dauerhaft aufbewahrt werden. US-amerikanische Vorschriften verlangen in der Regel, dass Geschäftsunterlagen mindestens sieben Jahre nach Beendigung der Geschäftstätigkeit archiviert werden. Das Certificate ist ein zentrales Dokument, das diese Aufbewahrungsfrist auf jeden Fall erfüllen sollte.
Für steuerliche Zwecke kann das Certificate auch nach Jahren noch relevant werden, etwa bei Betriebsprüfungen durch das IRS oder State Tax Authorities oder bei Rückfragen von Finanzbehörden im Heimatland. Ohne Certificate wird es schwierig, die ordnungsgemäße Auflösung nachzuweisen.
Die Gestaltung und Ausstellung des Certificate of Dissolution variiert zwischen den Bundesstaaten:
Delaware: Das Certificate wird nach Genehmigung elektronisch bereitgestellt und kann heruntergeladen werden. Certified Copies können online bestellt werden.
Wyoming: Das Certificate wird als PDF per E-Mail verschickt und kann auch online abgerufen werden. Certified Copies kosten ca. 15 Dollar.
Nevada: Das Certificate wird per Post verschickt, kann aber auch online heruntergeladen werden. Certified Copies kosten ca. 25 Dollar.
Florida: Das Certificate wird nach Genehmigung per Post verschickt. Certified Copies können online bestellt werden für ca. 30 Dollar.
Kalifornien: Das Certificate wird per Post verschickt. Certified Copies können beim Secretary of State bestellt werden für ca. 50 Dollar.
New York: Das Certificate wird per Post verschickt. Certified Copies kosten ca. 25 Dollar.
Das Certificate of Dissolution ist kein Nachweis darüber, dass alle steuerlichen Verpflichtungen erfüllt wurden. Es bestätigt nur, dass die Gesellschaft aus dem Register des Secretary of State gelöscht wurde. Die steuerliche Abwicklung – sowohl auf State- als auch auf Federal-Ebene – läuft separat und muss unabhängig vom Certificate erfolgen.
Das Certificate ist auch kein Schutz vor späteren Ansprüchen. Wenn Gläubiger nicht ordnungsgemäß benachrichtigt wurden oder wenn Verbindlichkeiten nicht beglichen wurden, können diese trotz Certificate of Dissolution noch Ansprüche geltend machen. Das Certificate dokumentiert nur die formale Löschung, nicht die vollständige Abwicklung aller Verpflichtungen.
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