Learning Center
Alles Wichtige verständlich und kompakt erläutert
Die Zeiten, in denen man sich einfach einen windschnittigen Namen ausdachte und diesen dann registrieren ließ, sind lange vorbei. In Märkten, in denen bereits Millionen von Unternehmen existieren, ist die Namenswahl eine strategische Entscheidung, die sorgfältige Planung erfordert. Wer heute ohne gründliche Überlegung einen Firmennamen wählt, riskiert nicht nur Ablehnung durch die Behörden, sondern im schlimmsten Fall kostspielige Markenrechtsverletzungen, die das gesamte Geschäftsvorhaben gefährden können.
Der erste und häufigste Fehler besteht darin, sich auf einen einzigen Wunschnamen zu fixieren. In der Praxis stellt sich häufig heraus, dass dieser Name bereits vergeben ist, markenrechtliche Konflikte birgt oder aus anderen Gründen nicht verfügbar ist. Wer nur einen Namen im Kopf hat, verliert wertvolle Zeit, wenn dieser sich als unbrauchbar erweist.
Deutlich effizienter ist es, von vornherein drei bis fünf Namensvarianten zu entwickeln, die dann parallel geprüft werden. Diese Vorgehensweise erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer der Namen verfügbar ist, sondern erlaubt auch eine strategischere Auswahl. Manche Namen mögen kreativer sein, andere rechtlich stärker, wieder andere international besser funktionieren. Erst im Vergleich lässt sich die optimale Wahl treffen.
Ein guter Firmenname sollte eingängig und einprägsam sein und sich von der Konkurrenz abheben. Anders als bei einer Sole Proprietorship oder einer General Partnership müssen Firmennamen bei einer LLC oder Corporation nicht die Namen der Inhaber enthalten – reine Fantasienamen sind ausdrücklich erlaubt und für die Markenbildung sogar unabdingbar.
Ein Firmenname kann den Geschäftszweck andeuten, muss es aber nicht. „Miami Roofing & Repair LLC" legt das Unternehmen auf Dacharbeiten in Miami fest, während „Apex Construction LLC" flexibel genug ist, um später auch Innenausbau anzubieten. Ein Softwareentwickler könnte sich mit „CloudData Analytics LLC" auf eine Nische festlegen oder mit „Quantum Digital LLC" Raum für ganz unterschiedliche Tech-Dienstleistungen lassen.
Folgende Merkmale zeichnen einen starken Firmennamen aus:
Firmennamen lassen sich nach ihrer Unterscheidungskraft kategorisieren – also danach, wie gut sie geeignet sind, ein Unternehmen von anderen zu unterscheiden. Für die bloße Registrierung beim Secretary of State reicht es aus, dass der Name sich von anderen bereits eingetragenen Namen unterscheidet. Diese Hürde ist relativ niedrig.
Will man den Firmennamen jedoch als Marke schützen lassen – was für die meisten Unternehmen sinnvoll ist –, gelten strengere Maßstäbe. Das amerikanische Markenrecht unterscheidet fünf Kategorien, die als Orientierungsrahmen bei der Namensentwicklung dienen können.
Je prägnanter, einzigartiger und markanter ein Name ist, desto höher ist auch das Risiko, dass bereits jemand anderes diesen oder einen ähnlichen Namen nutzt oder geschützt hat. Ein generischer Name wie „Quality Services LLC" wird kaum Konflikte auslösen – bietet aber auch keinen Markenschutz und keine Unterscheidungskraft. Ein kreativer Fantasiename hingegen ist rechtlich stark, könnte aber bereits von jemand anderem beansprucht werden.
Dieses Spannungsfeld lässt sich nur durch sorgfältige Recherche auflösen: Erst wenn ein Name alle Prüfungsschritte durchlaufen hat – staatliche Verfügbarkeit, Markenrecherche, Domain-Check –, kann er bedenkenlos verwendet werden.
Unabhängig von der kreativen Gestaltung muss jeder Firmenname bestimmte formale Anforderungen erfüllen, die in den Gesellschaftsgesetzen der einzelnen Bundesstaaten festgelegt sind.
Bei einer LLC muss der Name einen Rechtsformzusatz enthalten, der deutlich macht, dass es sich um eine Limited Liability Company handelt. Die gängigsten Varianten sind „LLC", „L.L.C." oder die ausgeschriebene Form „Limited Liability Company". Bei einer Corporation sind entsprechend Zusätze wie „Inc.", „Corp.", „Incorporated" oder „Corporation" erforderlich. Die genauen Optionen unterscheiden sich zwischen den Bundesstaaten – „LLC" ist jedoch in allen Staaten akzeptiert und in der Praxis mit Abstand am gebräuchlichsten.
Bestimmte Begriffe sind in Firmennamen nicht erlaubt oder unterliegen besonderen Beschränkungen. Generell verboten sind Begriffe wie „Bank", „Insurance" oder „University" ohne entsprechende Lizenz. Ebenso unzulässig sind Begriffe mit staatlichem Bezug wie „Federal", „National", „United States" oder Behördenkürzel wie „FBI" oder „IRS", da sie fälschlicherweise einen offiziellen Regierungsbezug suggerieren könnten.
Die detaillierten Namensvorschriften finden sich auf der Website des Secretary of State des jeweiligen Gründungsstaates. Zielführende Suchbegriffe sind „Name requirements", „Prohibited words" oder „Business entity guidelines".
Der Prozess der Namensentwicklung beginnt typischerweise mit einem Brainstorming, bei dem zunächst ohne Einschränkungen Ideen gesammelt werden. Dabei helfen Fragen wie: Welche Eigenschaften hat mein Produkt? Wer ist meine Zielgruppe? Welche Werte will ich vermitteln? Gibt es geografische Bezüge oder einfach Wörter, die mir gefallen?
In einem zweiten Schritt werden diese Ideen anhand der Unterscheidungskraft-Kategorien sortiert und bewertet. Namen mit zu geringer Unterscheidungskraft fallen weg, ebenso solche, die praktisch nicht funktionieren – zu lang, zu kompliziert, zu spezifisch.
Das Ergebnis sollte eine Liste von drei bis fünf Kandidaten sein, die unterschiedliche Stärken aufweisen. Idealerweise decken diese Kandidaten verschiedene Kategorien ab – ein andeutender Name, ein willkürlicher Name und vielleicht ein Fantasiename. Diese Varianten werden dann in den nächsten Schritten systematisch geprüft: auf staatliche Verfügbarkeit, Domain-Verfügbarkeit, Markenkonflikte und schließlich durch eine formelle Namensreservierung.
Sie haben Fragen zum Thema Firmengründung in den USA?
Gerne beantworten wir Ihnen diese in einem persönlichen Gespräch. Rufen Sie uns dazu einfach an, chatten Sie mit uns oder senden Sie eine Email.
Freecall DE/AT: 0800 400 43 40
Freecall CH: 0800 400 43 4
+1 929 2364 627
info@easy-inc.com
Auch interessant: